Am 30. August verwandelte GALVA-fest Liepāja für einen ganzen Tag in einen Raum für Underground-Musik, jugendliche Kreativität und die Freiheit der Selbstentfaltung. Neun Bands standen auf der Bühne. Im Saal herrschte eine warme und offene Stimmung, ohne die geringste Spur von Aggression. Da waren junge Menschen und ihre Eltern, viele Gespräche, Scherze und echte Emotionen.
Es ging nicht um Kommerz. Vielmehr ging es um die Freiheit, man selbst zu sein, und um ein Miteinander, das gegen den Mainstream läuft. Genau deshalb war es uns als Schule so nah. Im Playback-Theater und in der Psychodrama tun wir jeden Tag dasselbe: Wir schaffen einen Raum ohne Urteil. Dadurch kann ein Mensch echt sein, statt eine Rolle zu spielen. Die Musiker waren genau so. Keine Pose, keine Verstellung — sie stellten kein Image dar, sondern waren einfach die, die sie sind.
Die Schule hinter diesem Tag
Unsere Schule und unsere Sponsoren machten diesen Tag möglich. Gemeinsam übernahmen wir die Miete für die Location — Kultūras nams «Wiktorija» — und die Organisationskosten. So hatten junge Menschen einen Ort, an dem ihnen wirklich jemand zuhört. Oft wird beklagt, den Jungen fehle es an Initiative. Aber woher soll diese Initiative kommen? Wie sollen sie in ihre Rolle und Verantwortung hineinwachsen, wenn ihnen nie jemand die Chance gibt, das zu zeigen?
Apmale-93: auf der Bühne und an den Wänden
Das Festival hatte auch eine visuelle Seite. Die Wände trugen ihre eigene Geschichte: eine Ausstellung junger Malerei der kreativen Bewegung Apmale-93. Sie versammelt junge lettische Künstler — Studierende der LMMDV, der Lettischen Kunstakademie und der Universität Lettlands. Die Bewegung ist für mutige, kühne Arbeiten bekannt. Im abgedunkelten Saal hingen ausdrucksstarke Porträts und figurative Werke — Gesichter, Charaktere, innere Zustände. Hinter jedem spürt man den lebendigen, suchenden Blick seines jungen Urhebers. Und es waren genau dieselben Menschen, die auf der Bühne auftraten — Künstler und Musiker in einem. Im Geiste war es ganz wie die Musik: nicht zu beschönigen, sondern die Dinge so zu zeigen, wie sie sind.

Rund um das Festival gab es viel Lärm und unbegründete Anschuldigungen. Dennoch werden wir uns nicht mit ihnen aufhalten. Stattdessen sahen wir mit eigenen Augen Kreativität, Authentizität und Respekt — gegenüber Teilnehmern wie Publikum. Der Tag verlief ruhig und mit Würde.
Szczególne podziękowania dla ruchu twórczego Apmale-93 za ten program. Prawdziwym odkryciem był dla nas ryski zespół Musaro. Ich występ był lekkim, wyzwalającym twórczym chaosem na scenie — a przy tym bez najmniejszego poczucia zagrożenia czy napięcia.
Am Ende verändern wir nach und nach wirklich etwas. Schritt für Schritt schaffen wir gemeinsam Orte, an denen junge Menschen mit eigener Stimme sprechen können.